SAR-Lupe

Mit dem System SAR-Lupe hat OHB 2007 den deutschen Streitkräften das erste eigene satellitengestützte Aufklärungssystem geliefert. Seitdem verrichtet es zuverlässig und rund um die Uhr seinen Dienst im All. SAR-Lupe ermöglicht es der Bundesregierung in Krisensituationen frühzeitig und unabhängig zu reagieren und trägt konstruktiv zur Einsatzfähigkeit der Streitkräfte bei.

SAR-Lupe ist das erste satellitengestützte Radar-Aufklärungssystem Deutschlands. Es besteht aus fünf baugleichen Kleinsatelliten und einem Bodensegment.

OHB System AG entwickelte als Hauptauftragnehmer der deutschen Bundesregierung das Gesamtsystem und übernahm dabei die Federführung für ein Konsortium bekannter europäischer Weltraumunternehmen.

Durch die intelligente Kombination vorhandener Technologien kann SAR-Lupe rund um die Uhr unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten. Dabei werden zeitnah höchst auflösende Radarbilder aus nahezu allen Teilen der Welt geliefert.

Die Vergabe des SAR-Lupe-Programms an das Team um die OHB System AG wurde im Dezember 2001 bekanntgegeben. Im Dezember 2006 wurde der erste Satellit erfolgreich gestartet und in seinem vorgesehenen Orbit ausgesetzt. Innerhalb der folgenden 16 Monate wurden vier weitere Satelliten in ihre Umlaufbahnen in ca. 500km Höhe gebracht und erfolgreich in Betrieb genommen. Seit September 2008 ist das Gesamtsystem vom Auftraggeber, dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), offiziell abgenommen. Im Dezember 2008 erfolgte die Übergabe des Systems an das Kommando Strategische Aufklärung der Bundeswehr. Mit der Übergabe begann für die OHB System AG ein zehnjähriger Vertrag über den Betrieb der Satelliten. Die Verlängerung des SAR-Lupe Betriebs bis zur Inbetriebnahme des Nachfolgesystems SARah verhindert eine Fähigkeitslücke.



Die OHB System AG hat mit SAR-Lupe bewiesen, dass sie als Systemführer in der Lage ist, Satellitenkonstellationen mit weltweit führender Hochtechnologie zu entwickeln, zu bauen und zu starten. Darüber hinaus hat sie sich als verlässlicher Partner erwiesen, indem sie das System mit einem Volumen von 320 Millionen Euro innerhalb des Budgets und innerhalb des Zeitplans realisierte.

Abkürzung

SAR = Synthetic Aperture Radar (zu Deutsch: Radar mit einer synthetischen Bündelbreite)

Hauptkunden

Bundesministerium der Verteidigung, Berlin/Bonn
Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Koblenz

Mission

Generierung hoch auflösender SAR-Bilder (Radar mit synthetischer Bündelbreite) für militärische Aufklärungszwecke

Das Konzept kleinerer, modularer Satelliten hat sich bewährt und konnte von den Expertinnen und Experten der OHB analog auf andere Bereiche wie Telekommunikation und Navigation angewendet werden.

Seit Mitte 2013 arbeitet die OHB System AG an der Entwicklung und der Realisierung des SAR-Lupe Nachfolgesystems SARah. Dieser Auftrag umfasst zwei Reflektor-Satelliten und Elemente des Bodensystems sowie zwei Bodenstationen. Airbus Defence and Space liefert im Unterauftrag einen Phased-Array-Satelliten. Kunde ist das Bundesministerium der Verteidigung durch BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr).

Radar-Aufklärungssystem SAR-Lupe 10 Jahre in Betrieb

Das Raumfahrt- und Technologieunternehmen OHB SE feierte 2017 das Jubiläum eines Produkts, mit dem das Unternehmen aus Bremen der Durchbruch zum führenden deutschen Systemhaus gelungen ist. Mit dem System SAR-Lupe hat OHB 2007 den deutschen Streitkräften das erste eigene satellitengestütze Aufklärungssystem geliefert. Seit zehn Jahren verrichtet es zuverlässig und rund um die Uhr seinen Dienst im All. SAR-Lupe ermöglicht es der Bundesregierung in Krisensituationen frühzeitig und unabhängig zu reagieren und trägt konstruktiv zur Einsatzfähigkeit der Streitkräfte bei.